QR-Rechnung im Onlineshop: Was sich im November 2026 ändert

Viele Schweizer Shops schicken bei Kauf auf Rechnung eine QR-Rechnung mit, erzeugt von einem Plugin in WooCommerce, Shopware oder Shopify. Seit November 2025 gelten für den QR-Code neue Regeln, und seit Oktober 2026 lehnen die ersten Banken QR-Rechnungen im alten Format ab. Am 14. November 2026 folgen weitere Banken und eine neue Version der Regeln. Dieser Ratgeber zeigt, was sich geändert hat, welche Daten gelten und wie ein Shop in fünf Punkten prüft, ob seine QR-Rechnungen noch bezahlt werden können.

Weg einer QR-Rechnung aus dem Shop: Der Kunde gibt seine Adresse im Checkout ein, das Shop-Plugin erzeugt den QR-Zahlteil mit strukturierter Adresse, der Kunde scannt ihn im E-Banking, seine Bank führt die Zahlung aus oder lehnt sie abCheckoutKunde gibtStrasse, PLZ,Ort und LandeinEigener ShopPlugin erzeugtdenQR-Zahlteil,Adresstyp SE-Banking oderPostschalterKunde scanntdie QR-RechnungBank des KundenZahlungausgeführt oderabgelehntWeg einer QR-Rechnung aus dem Shop: Der Kunde gibt seine Adresse im Checkout ein, das Shop-Plugin erzeugt den QR-Zahlteil mit strukturierter Adresse, der Kunde scannt ihn im E-Banking, seine Bank führt die Zahlung aus oder lehnt sie abCheckoutKunde gibt Strasse, PLZ, Ort und LandeinEigener ShopPlugin erzeugt den QR-Zahlteil,Adresstyp SE-Banking oder PostschalterKunde scannt die QR-RechnungBank des KundenZahlung ausgeführt oder abgelehnt

Was seit November 2025 gilt: nur noch strukturierte Adressen

Die technischen Regeln der QR-Rechnung stehen in den «Schweizer Implementation Guidelines QR-Rechnung» von SIX. Seit dem 22. November 2025 gilt die Version 2.3; die eigene Rechnungsstellung musste laut Merkblatt von SIX bis zum 21. November 2025 umgestellt sein. Die Änderungen, die Shops betreffen, laut Änderungsdokument:

  • Adresstyp K entfällt. Bisher durfte ein Plugin die Adresse «kombiniert» in zwei Freitextzeilen schreiben, etwa «Musterstrasse 12» und «8000 Zürich». Erlaubt ist nur noch der Adresstyp S, die strukturierte Adresse mit eigenen Elementen für Strasse, Hausnummer, Postleitzahl, Ort und Land. Das gilt für die Adresse des Shops und für die des Kunden.
  • Postleitzahl, Ort und Land sind Pflicht. Die Hausnummer darf «bis auf Weiteres» im Element «Strasse» stehen und wird deswegen nicht abgelehnt. Eine Zeile «Musterstrasse 12» aus dem Checkout genügt also, solange PLZ und Ort getrennt übergeben werden.
  • Erweiterter Zeichensatz. Mehr Umlaute und Sonderzeichen sind zugelassen.
  • QR-Referenz genauer gefasst. Sie hat immer 26 Ziffern plus eine Prüfziffer und darf nicht nur aus Nullen bestehen.
  • c/o und Postfach gehören nicht in den Zahlteil. Für den Zahler sind sie unerheblich und stehen im Rechnungskopf.

Ob eine Rechnung das neue Format hat, zeigt der QR-Code selbst. Eine App, die den Text eines QR-Codes anzeigt, liefert Zeile für Zeile den Inhalt: Die fünfte Zeile ist der Adresstyp des Rechnungsstellers und muss «S» heissen. Steht dort «K», erzeugt das Plugin noch das alte Format.

Was Banken ab 1. Oktober und ab 14. November 2026 ablehnen

QR-Rechnungen im alten Format blieben nach November 2025 nur während einer Übergangsfrist zahlbar. Wie lange, entscheidet jede Bank selbst, und massgebend ist die Bank des Kunden, der die Rechnung bezahlt. Die Mitteilungen der Banken nennen unterschiedliche Daten:

AbWas giltQuelle
1. Oktober 2026UBS: QR-Rechnungen mit unstrukturierter Adresse können «weder bei Banken noch an Postschaltern» mehr bezahlt werden (angenommen bis 30. September 2026)UBS
1. Oktober 2026Banque Cantonale Neuchâteloise lehnt unstrukturierte Adressen nach dem 30. September 2026 ab; Graubündner Kantonalbank gewährleistet die Verarbeitung bis Ende September 2026BCN, GKB
14. November 2026Strukturierte Adresse für alle Zahlungen Pflicht, im In- und AuslandSIX Swiss Payments, PostFinance
14. November 2026Waadtländer, Genfer und Jurassische Kantonalbank lehnen Zahlungen mit unstrukturierter Adresse ab; Zürcher und Thurgauer Kantonalbank akzeptieren sie bis 13. November 2026BCV, BCGE, BCJ, ZKB, TKB

Für einen Shop mit einem Plugin, das noch Adresstyp K schreibt, heisst das: Ein Teil seiner Kunden kann die QR-Rechnung schon heute nicht mehr bezahlen, nach dem 13. November 2026 werden es mehr. Swift und das European Payments Council haben ihre eigene Frist vom November 2026 ausgesetzt; für die Schweiz bleibt es laut SIX beim 14. November 2026.

QR-IBAN mit QR-Referenz ab 14. November 2026 nur noch für CHF

Am 14. November 2026 tritt die Version 2.4 der Implementation Guidelines in Kraft. Für Rechnungen in Schweizer Franken ändert sich technisch nichts. Für Rechnungen in Euro schon:

  • CHF: wie bisher QR-IBAN mit QR-Referenz, IBAN mit SCOR-Referenz oder IBAN ohne Referenz.
  • EUR: nur noch IBAN mit SCOR-Referenz oder IBAN ohne Referenz. QR-IBAN und QR-Referenz sind ab dann ausschliesslich für CHF vorgesehen.

Die QR-IBAN erkennt man an der Instituts-Identifikation im Bereich 30000 bis 31999, die sie anstelle der gewöhnlichen Bankennummer trägt. Die SCOR-Referenz (Creditor Reference nach ISO 11649) beginnt mit «RF», gefolgt von zwei Prüfziffern, und hat 5 bis 25 Zeichen. Version 2.3 bleibt laut SIX bis November 2027 gültig.

Wer im Shop auch in Euro verkauft und dafür QR-Rechnungen mit QR-IBAN verschickt, muss diese Kombination umstellen.

Prüfliste für Shop-Betreiber

  1. Plugin-Version. Im Backend nachsehen, welche Version des QR-Plugins läuft, und mit der Tabelle unten vergleichen. Automatische Updates ersetzen keinen Blick darauf: Ein Plugin, das seit Jahren keine neue Version hatte, kann die Regeln von 2025 nicht kennen.
  2. Testrechnung bei der Bank. Eine Bestellung auf Rechnung auslösen und den QR-Code der erzeugten Rechnung im eigenen E-Banking scannen, ohne zu bezahlen. Zusätzlich die fünfte Zeile des Codes mit einer QR-App lesen: «S» ist richtig. UBS bietet im QR-Portal unter «Hilfsmittel für Rechnungssteller» eine Prüfung des Adresstyps an.
  3. Adressfelder im Checkout. PLZ, Ort und Land müssen im Checkout Pflichtfelder sein. Die Zeile «Adresszusatz» (bei WooCommerce billing_address_2) enthält oft «c/o» oder «3. Stock»; sie gehört nicht als Hausnummer in den QR-Code. Fehlt die Kundenadresse, darf der Bereich «Zahlbar durch» leer bleiben; unvollständig ist dagegen nicht erlaubt.
  4. Währung. Verkauft der Shop auch in Euro, prüfen, dass die Rechnung in Euro mit gewöhnlicher IBAN und SCOR-Referenz oder ohne Referenz entsteht, nicht mit QR-IBAN.
  5. Referenz. Eine QR-Referenz hat genau 27 Ziffern (26 plus Prüfziffer) und gehört nur zu einer QR-IBAN. Eine SCOR-Referenz beginnt mit «RF» und gehört zu einer gewöhnlichen IBAN. Eine Mischung aus beidem lehnt die Bank ab.

Stand der gängigen Plugins und Apps

Stand 8. Oktober 2026, geprüft im Quelltext der aktuellen Versionen und in den Änderungsprotokollen der Anbieter. Massgebend ist immer die eigene Testrechnung.

PlattformLösungLetzte VersionStrukturierte Adresse (Typ S)
WooCommerceSwiss QR Invoice von Jim Soft, wordpress.org1.2.40 vom 24.08.2026seit 1.2.35 vom 31.10.2025; Hausnummer des Shops separat seit 1.2.36, Land wählbar seit 1.2.38
WooCommercesqrip, wordpress.org, QR entsteht beim Dienst sqrip1.10.5 vom 23.08.2026laut Änderungsprotokoll ab 1.10 (Juli 2026) bestätigt
WooCommercemame QR-Bill for WooCommerce, beim Hersteller4.9.0 vom 03.07.2026laufend gepflegt; seit 4.5.0 vom 26.11.2025 Zahleradresse aus den einzelnen WooCommerce-Feldern
Shopware 6gjuce QR-Rechnung auf Dokumenten und in CheckoutUpdate vom 07.10.2026Zahleradresse als Typ S laut Änderungsprotokoll seit 1.2.4 vom 29.09.2026
ShopifySwiss Invoice: QR-Bills, fcon QR Biller, iQR Invoicesim App Storenicht im Quelltext prüfbar; beim Anbieter nachfragen und Testrechnung scannen
WooCommerceSwiss QR Bill, wordpress.org1.2.4 vom 31.05.2022nein: schreibt die Adresse des Shops als kombinierte Adresse (Typ K)

Zu Swiss QR Bill: Das Plugin hat seit Mai 2022 keine neue Version erhalten und erzeugt deshalb noch das Format von vor November 2025. Rechnungen aus Shops mit diesem Plugin können Kunden von UBS, BCN und GKB seit 1. Oktober 2026 nicht mehr bezahlen. Wer es einsetzt, wechselt vor dem 14. November 2026 auf eine der gepflegten Lösungen und schickt offene Rechnungen neu.

Rechnung aus der Buchhaltung: bexio, KLARA, AbaNinja

Nicht jeder Shop erzeugt die QR-Rechnung selbst. Wer Bestellungen an die Buchhaltung übergibt und die Rechnung dort entstehen lässt, etwa in bexio, KLARA oder AbaNinja, ist von den Plugins oben nicht betroffen: Den QR-Zahlteil erzeugt dann die Buchhaltungssoftware, und mit einer aktuellen Version erfüllt sie die Regeln. Zu prüfen bleibt dort dasselbe wie im Checkout, nämlich dass die Kundenadressen vollständig und in getrennten Feldern ankommen. Eine Testrechnung im E-Banking scannen lohnt sich auch hier.

Prüfung der Shop-Einrichtung

Wer nicht sicher ist, ob die QR-Rechnungen seines Shops nach dem 14. November 2026 noch bezahlt werden, kann mir die Einrichtung schildern: Shop-System, Plugin mit Version, Währungen und eine Beispielrechnung. Ich prüfe sie und antworte per Mail, was zu ändern ist: info@strainovic-it.ch.

Wer in WooCommerce das Total auf 5 Rappen runden will, findet dafür das Plugin Rappenrundung. Wer an Firmen auf Rechnung verkauft, kann die UID im Checkout mit dem UID-Check beim UID-Register des Bundes prüfen lassen.

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